Singt das Lied der Freude über Gott
Gesangbuch der Evangelisch-methodistischen Kirche, Nr. 67
Evangelisches Gesangbuch, Nr. 305
Gotteslob, Nr. 272
Benedikt Baum, Sprecher und Gesang
Hermann Baum, Klavier
Gedanken zum Text
Dieses Psalmlied erschien erstmals 1968. In ihm entfaltet sich viel Schwung und Energie.
 
Der Text ist eine Nachdichtung von Psalm 148, einem Lobpreis des "Schöpfers Himmels und der Erden" von Jörg Zink.
 
Ungewöhnlich ist der Aufruf, mit dem jede Strophe beginnt und endet:
Singt das Lied der Freude über Gott!
 
Ein Lied der Freude über Gott? Häufig singe ich ganz andere Lieder!
 
Aber dieser Psalm ist ein sprühender Jubel, der nicht mehr auf den Sitzen hält.
 
In ihm sind Elemente des Ekstatischen und Ungeordneten, ist überbordende Freude.
 
Und das alles, wenn wir auf unsere Erde schauen, auf ihre Regierungen und Nationen?
 
Dieses Lied nimmt uns hinein in ein jubelndes Lob über das Handelns Gottes, mitten in unsere verstellten Horizonte hinein.
 
Singt das Lied der Freude über Gott

Der Liedtext ist urheberrechtlich geschützt und kann nicht dargestellt werden.


Der Vorsänger wirft das Thema auf. Wie ein leuchtender Feuerball steigt es hoch.
 
Der Ball wird aufgefangen, die Antwort kommt zurück: "Lobt ihn laut, der euch erschaffen hat." (1.Str.)
 
Die sich von Strophe zu Strophe verändernden Zeilen entfalten die Aussagen des 148. Psalms.
 
Werden in der ersten Strophe Sonne, Mond und Sterne zum Lob aufgefordert, so wendet sich in der zweiten Strophe der Blick vom Himmel zur Erde:
 
Gewitter, Hagel, Schnee, Wind und Tiere sollen einstimmen in das Lob des Schöpfers.
 
In der dritten Strophe werden die Menschen angesprochen:
Es soll uns ein Fest sein, Gott zu rühmen.
 
Die vierte Strophe singt vom hellen Glanz, der in unser dunkles Leben dringt.

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Gedanken zur Melodie
Die Bausteine der Melodie sind Dreiklänge, z.T. auf Tonstufen innerhalb der Durtonleiter, die sonst eher wenig benutzt werden.
 
Wie ein Springbrunnen steigt die Bewegung hoch - vom Grundton aus wird fanfarenartig die Oktave erklommen, um dann wie Kaskaden abwärts zu perlen und auf der Sexte (6. Stufe) innezuhalten.
 
In der zweiten Zeile jeder Strophe ("Lobt ihn laut...") erhöht sich der Schwung um einen Ganzton über die Oktave hinaus. So drückt sich das Übermaß der Freude aus.
 
Im Gegensatz dazu bewegt sich der Mittelteil im unteren Tonbereich und erzählt, was und wer alles zum Lobe aufgerufen ist.
 
Die Zeilen drei und vier weisen in kreisender Bewegung auf Planetenbahnen hin. Der Ton d' ist dabei eine Art Endpunkt, zu dem alle drei melodischen Varianten zurückkehren.
 
Die Schlusszeile jeder Strophe greift auf das Anfangsmotiv mit einer charakteristischen Änderung zurück: Nach dem Höhepunkt biegt die Melodielinie mit einer kleinen "Eintrübung" nach unten und gibt dem betroffenen Textwort "Freude" eine besondere Dimension.
 
Während eines Bläserlehrgangs 1972 habe ich dieses Lied kennengelernt. Seit fast vier Jahrzehnten begleitet es mich nun       
Singt das Lied der Freude über Gott

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und ich blase und singe es immer wieder mit großer Leidenschaft. Es gehört zu meinen persönlichen "TOP TEN" im Gesangbuch.
 
Alles, was lebt, lobe den Herrn!
 
Denn Gottes Licht durchdringt alles, manchmal schneller, als wir glauben und erkennen.
 

 
Text und Melodie schuf Dieter Hechtenberg, geboren 1936 in Neufechingen (Saar). 1960 wurde er Kantor und Organist an der Thomas-Kirche in Düsseldorf. Als Komponist und Arrangeur arbeitete er an der Neugestaltung von Gottesdiensten mit.
 
Ab 1969 an der St. Katharinenkirche in Oppenheim/Rheinhessen, waren seine Schwerpunkte Orgelimprovisation und Chorarbeit mit eigenen Werken. 1981 wurde er als Kantor und Organist an die Martin-Luther-Kirche nach Bremen berufen. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt war hier das "Neue Geistliche Lied". Seit 1994 hat Dieter Hechtenberg einen Lehrauftrag für Hymnologie an der Hochschule für Künste in Bremen.

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