Gedanken zum Text
Die Schiffe in Liedern des Gesangbuches sind metaphorische Schiffe. Im Gegensatz hierzu waren die Schiffe in Texten der Bibel ursprünglich keine Metaphern.
Erst unter dem Einfluss nicht biblischer Quellen, wie der Odyssee und Ilias, benutzten die frühen Christen das Schiff als Symbol für Heil und Rettung----noch vor dem Kreuzessymbol.
 
Wer segelt, der weiß, wie abhängig man vom Zustand des Schiffes und seiner einzelnen Teile ist. Tau und Anker sind zwei Elemente, die in jede Strophe unseres Liedes verwoben sind.
Die Seefahrt wird zum Sinnbild und Ausdruck eines Wagnisses. Das Verlassen des sicheren Hafens und der Aufbruch zu neuen Ufern, das Sich-in-Gefahr-Begeben ist gleichsam Bildnis für das Leben des Menschen.
 
Jeder Sänger dieses Liedes fährt auf seinem eigenen Lebensschiff, denn in jeder Strophe wird der Mensch in einer besonderen Lage angesprochen. Gesteuert wird das Schiff von Fragen, Bitten, Ängsten und dem Dank.
Ich werfe meine Fragen hinüber

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Wohin steuert das Lebensschiff? Liegt es ruhig auf dem Wasser oder kämpft es an gegen das Sausen und Brausen des Windes?
 
In den Strophen 1 bis 3 bleibt die Frage offen, ob einer da ist und mich bei meiner Hand nimmt. Erst in der letzten Strophe wird aus dem "vielleicht" ein "Du" und die Gewissheit "denn du Gott bist da" und hältst mich fest.
 
Es gibt eine Fahrt, die Seefahrer mit größter Furcht begegnen. Es ist die letzte Reise, die Reise in das Jenseits, wenn der Sturm verstummt und sich das Meer ausgetobt hat. Der Hafen, der zuletzt angesteuert wird, ist der Hafen nach der Zeit, wo der Anker ewig hält.
 
Diese Gewissheit und frohe Kunde kommt in der vierten Strophe großartig zum Ausdruck:
 
"weil Gott es ist, hält er auch mich samt meinem Danken fest."