Geht Gottes Weg
Gesangbuch der Evangelisch-methodistischen Kirche, Nr. 554
Hannelore Finkbeiner, Gesang
Hermann Baum, Orgel
Gedanken zum Text
Beim Singen dieses Liedes ist die klare Struktur und kompakte Form zu spüren.
 
Jede Strophe beginnt mit denselben Worten: "Geht Gottes Weg, bringt ... in die Welt".
 
Diese Eingangszeilen bilden auch die jeweiligen Schlusszeilen und runden die Strophen ab.
 
In den Zwischenzeilen wird ausgeführt, was mit den einzelnen Begriffen jeweils gemeint ist.
 
Mit wechselnden Inhalten werden die Singenden in die Welt gesandt:
 
Beginnend in der ersten Strophe mit "Friede und Versöhnung".
 
Besonders das letzte Bild: "Ihr werdet wachsen in sein Reich hinein" erinnert an Jesu Gleichnisbilder vom Reich Gottes und an das Gleichnis vom Sämann.
Geht Gottes Weg

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Wir werden daran erinnert, dass Friede und Glaube zwei Dinge sind, die der ständigen Pflege bedürfen, damit sie wachsen können.
 
Liebe und Nächstenliebe prägen die zweite Strophe. Tröstende Worte, seelsorgerliche Anteilnahme und begleitende Fürsorge klingen an.
 
Von Stärke und Überzeugungskraft singen wir in der dritten Strophe. Zeile für Zeile entwickelt sich, was mit der Stärke im Reich Gottes gemeint ist. Das Senfkorn, das zur Staude heranwächst oder der Lichtschimmer einer Kerze, die den ganzen Raum erhellt.
 
Freude und Dankbarkeit, auch in den Belastungen des Alltags kennzeichnen die Schlussstrophe.

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Geht Gottes Weg


Gedanken zur Melodie
Die Melodie schuf Loys Bourgeois (* um 1510 in Paris; † nach 1561 ebenda), ein französischer Komponist und Mitarbeiter am Genfer Psalter.
 
Psalm 124 des Genfer Psalters wurde unsere Melodie entliehen und besteht aus den zwei Bausteinen der Halben und Viertelnote.
 
Trotz dieser überschaubaren rhythmischen Struktur wird die Weise nie langweilig, sondern behält einen bemerkenswerten Schwung.
 
Ein weiteres Merkmal ist die schrittweise Bewegung. Größere Intervallschritte begegnen uns nur zwischen den Zeilen und versetzen somit die neue Zeile der Melodie in eine ganz andere Lage, vergleichbar mit einem neuen Register bei der Orgel.
 
Das einstimmige Singen wird der ergreifend schönen Psalmweise am ehesten gerecht.

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