Gedanken zum Text
"In der Freiheit bestehen", so das Motto des 12. Deutschen Kirchentags 1965, zu welchem der Text entstand.
 
Das Bild vom "unermesslich weiten Raum" steht für "Freiheit". Diesen Raum haben wir in Besitz genommen, ihn durchmessen, ihn ausgelotet.
 
Dabei erfahren wir seine Möglichkeiten und seine Grenzen. Wir haben die Freiheit aufzubrechen, wohin wir wollen. Es wächst das Bewusstsein, nach eigenem Willen handeln zu können und es wächst der Wille, mächtig zu sein.
 
Für den Menschen, der Gott seinen Schöpfer nennt, ist der "unermesslich weite Raum" eine Gabe, die dem Menschen zugefallen ist. Er gesteht uns die Freiheit zu, über Raum und Zeit dieser irdischen Welt zu verfügen.
Die ganze Welt hast du uns überlassen

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Er gönnt es uns, mit dieser Welt umzugehen, als sei sie die unsere, und gleichzeitig werden wir dadurch in die Verantwortung genommen.
 
Waren die Themen zur Entstehungszeit 1964/65 bestimmt durch die Reduzierung der Atomwaffenversuche und der Kontrolle menschlicher Vererbung und Entwicklung, so sind wir in unseren Tagen auf vielfältige Weise aufgefordert, mit der "Freiheit" und ihren Folgen sorgsam umgehen zu lernen.
 
Die 1925 geborene Christa Weiß mahnt uns mit dem Kehrvers "seine größte Gabe gibt er seinen Kindern" zu erkennen, dass eine grenzenlose Freiheit unser Leben bedroht, aber auch die Chance in sich birgt, Gottes großes Geschenk immer neu in unserem Leben zu entfalten.