Der Herr, mein Hirte, führet mich
Gesangbuch der Evangelisch-methodistischen Kirche, Nr. 85/86
Karl-Martin Unrath, Gesang
Andrea Winkmann, Violine
Michael Braaz, Klavier
Gedanken zum Text
In fünf Strophen wird Psalm 23 nachgedichtet.

Dieser wohl bekannteste Psalm ist das Bekenntnis eines Menschen vor ca.3000 Jahren im alten Israel. Es sind Worte, die tiefes Vertrauen zu Gott zum Ausdruck bringen.

Vielleicht war der Sänger ein Hirte, denn er verwendet für seine Vertrauensworte die Bilder, die ihm vertraut sind. Dabei wird keine Hirtenromantik erzählt, sondern im Hintergrund sind sehr konkrete Gefahren. Der Sänger lebt nicht auf einer idyllischen Insel, er ist unterwegs auf einem gefahrvollen Lebensweg. Er versteht sich als Wanderer, dem auch finstere Schluchten nicht erspart bleiben.

Was ihn dabei trägt, ist das gläubige Wissen um die Hirtenschaft Gottes. Die Worte besingen, in das Bild des Hirten gekleidet, das unermüdliche Heilshandeln Gottes am geliebten Menschen.

Der Herr, mein Hirte, führet mich

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Mit der zweiten Strophe wechselt das Bild. Nicht mehr vom Hirten ist die Rede, sondern vom Gastgeber. Gott gewährt dem verfolgten und bedrängten Menschen Gastfreundschaft. Er deckt ihm, dem Asylsuchenden, den Tisch in seinem Haus und füllt ihm den Becher.

Trotz erlebter Feindschaft lässt Gott ihm Gutes zukommen, ja, er macht ihn zum König, schenkt ihm neu längst verloren geglaubte Würde.

Der Sänger dieses Liedes will uns zum Glauben an diesen Gott der Güte und Treue ermutigen, zum Vertrauen auf ihn einladen, gerade auch im Dunkeln und in der Bedrängnis.

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Der Herr, mein Hirte, führet mich
Gedanken zur Melodie
In leichtem Dreiertakt schwingt diese Melodie aus einem schottischen Psalter (Textbuch mit Psalmen) und vermittelt einen tänzerischen Charakter.
Aus der Tiefe steigt sie in Sprüngen empor und erreicht am Ende der zweiten Zeile den ersten Höhepunkt.
Die kleinen Bewegungen in der dritten Zeile verströmen eine Ruhe und Geborgenheit, die mit den Textaussagen der Strophen im Einklang sind.

In der Schlusszeile wird der Spitzenton erklommen und in einem fallenden Sextsprung (Sechstonintervall) wieder der Grundton erreicht. Alle Bewegung schwingt aus und findet zur Ruhe.

Die vierte Strophe erklingt in einstimmiger Choralmelodie (Gregorianischer Gesangsstil). Dem Sprachrhythmus des Wortes untergeordnet verströmt diese Musizierweise eine Geborgenheit und großartige Erhabenheit.

Die kleine Doxologie, das "Ehre sei dem Vater" bildet den Abschluss dieses Hirtenliedes.
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