Gedanken zur Melodie
Die achtzeilige Melodie gliedert sich in zwei Hälften.
Die vier ersten Zeilen bilden die tiefere Liedhälfte. Jede Melodiezeile beginnt mit der Unterquart (vier Töne unter dem Grundton). Die Aussagen der dritten Melodiezeile bringen in allen Strophen einen dunklen Aspekt:
Das Versteck im "Kokon" (ein Gehäuse, das besonders die Raupen der Schmetterlinge anfertigen, um sich darin zu verpuppen) (Str.1), "Nacht und Dunkel" (2.Str.), "aus dem Zweifel" (Str.3). In den vierten Zeilen wird die im Dunkeln versteckte Hoffnung benannt. Die Melodie pendelt um den Grundton f, wie eine harmonische Fessel, die keine Modulationen zulässt.

Mit der fünften Zeile beginnt die zweite Liedhälfte und die harmonische Fessel wird gelöst. Modulationen in parallele Molltonarten und in die Subdominante (vierte Stufe einer diatonischen Tonleiter) hellen auf, deuten an, es kommt etwas Neues.
Aus der Zwiebel wird die Blume

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Die Tonsprünge werden größer und in den Zeilen fünf und sieben wird der höchste Ton der Melodie erreicht. Damit übersteigt der Umfang der Melodie den Tonraum einer Oktave – häufig in der Musik ein Hinweis auf die Eröffnung von Transzendenz.

Als Zwischenspiel erklingt das Lied, wie es im Gesangbuch der Presbyterianischen Kirche in Taiwan zu finden ist. Die taiwanesische Melodie mit einer ausdrucksstarken Begleitung schafft eine ruhige und tiefgründige Atmosphäre. Der Komponist I-to Loh ist emeritierter Professor für Musikethnologie und Kirchenmusik am Presbyterian Tainan Theological College in Taipeh (Taiwan), dessen Präsident er auch war.
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